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Perfektionisten-Robert

Als Gitarrist stehe ich immer wieder vor demselben Dilemma. Sobald die Röhren meines Engl-Verstärkers glühen und Mikrofone aufgebaut werden, fange ich an zwischen Regie und Aufnahmeraum zu pendeln. Der Perfektionist in mir bricht durch. Das Leid der Amp-Mikrofonierung. Ich dreh jedes Mal durch. Das Ziel ist die fette Rock-Gitarren-Wand die einem den Kalk aus der Rübe bläst. Als erstes: Welches Mikro? Habe ein paar Kandidaten an der dynamischen Front. Sure SM57: der Klassiker, mittenbetont, flexibel aber unspektakulär. Sennheiser MD421: noch ein Klassiker, ziemlich färbend, hochmittenlastig, mangelhafte Basswiedergabe, Sennheiser MD441: das edle Teil, ausgeglichen mit leichtem Höhenglanz, klingt eher wie ein Kondensermikrofon. AKG P2: Ein Basedrum-Mikrofon, für tiefgestimmte Metal-Riffs, Höhen nicht wirklich gut. Dann meine Kondensatormikrofone. Neumann U87: Referenz-Mikrofon, sehr ausgeglichener Frequenzgang, sehr gutes Ansprechverhalten, einfach gut. Rode NT1A: das Möchtegern-Neumann, auch sehr ausgeglichen, bisschen spitze Höhen, besser als der Preis vermuten lässt (unter 200&euro. Da ich später bei Mischen gerne rumexperimentiere, stelle ich meist so viele Mikros wie möglich vor den Amp. In der Regel aber nicht mehr als drei. Die Wahl fällt dann meist auf zwei dynamische und ein Kondensatormikrofon. Da ich ja eine fette Rhythmusgitarre aufnehmen will und sich hier die Musik eher in den tiefen Mitten bis Mitten abspielt (welch passende Redewendung), fällt meine Wahl als erstes auf das recht ausgeglichene  Sennheiser MD441 als Basismikro. Die eher sehr Hochmitten und Höhen betonenden SM57 und MD421 lassen wir mal außen vor. Als Zweites kommt das U87 zum Einsatz. Das klingt etwas voller und wärmer und ist eine hervorragende Ergänzung zu dem brillanter klingenden Sennheiser. Als Alternative zum U87 gäbe es das Rode, aber warum den Opel nehmen wenn der Bentley bereit steht. Als drittes Mikro im Bunde: das AKG P2. Das zweckendfremdete Basedrummikro mische ich bei Bedarf zu den wirklich tiefen Solopassagen um in den Bässen nochmal eine Schippe draufzulegen. Aber wirklich nur als Art Effekt. Die Positionierung meiner drei Musketiere passe ich dem entsprechenden Amp an, lande aber mit MD441 und U87 meist irgendwo relativ mittig zwischen Kalotte und Sicke und mit dem AKG P2 auf der Kalotte. Mit diesem Aufbau bleibe ich beim mischen recht flexibel und halte mir viele Optionen offen. Wenn ich das alles soweit hinbekommen habe müsste auch der Perfektionisten-Robert in mir ein bisschen weniger rummeckern. Theoretisch.

24.1.14 10:48
 
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